...unser Namenspatron

Lubentius wurde im 4. Jahrhundert geboren und noch als Säugling von seinen Eltern in die Obhut des heiligen Martin gegeben.Als Lubentius die Ausbildung abgeschlossen hatte, wurde er von Maximin zum Priester geweiht und als Seelsorger nach Kobern an die Untermosel geschickt.
Fortan widmete er sich der Seelsorge und Bekehrung der Heiden an der Untermosel. Dort blieb er bis zu seinem Tode um das Jahr 350.Hier nun beginnen die Ereignisse, um die sich die Legende über den weiteren Weg des Lubentius’ rankt.
Bereits sein Begräbnis gestaltete sich mehr als ungewöhnlich, denn als man den Sarkophag mit seinem Leichnam bestatten wollte, war niemand von den Kobernern in der Lage, diesen von der Stelle zu bewegen. Er schien wie festgewurzelt, und alle Mühen waren vergebens. Der Überlieferung nach soll dies eine göttliche Strafe dafür gewesen sein, dass die Koberner die Lehren des Lubentius’ sowie seine Tugenden missachtet haben und stattdessen in der finsteren Wildheit ihrer alten Gewohnheiten verharrten.
Aber auch die Bemühungen der herbeigerufenen Priester, die Lubentius in der Koberner Kirche beisetzen wollten, blieben erfolglos, denn ihnen gelang es genauso wenig, den Sarg zu bewegen. Die Nachricht von diesem wundersamen Ereignis gelangte schnell bis nach Trier und Köln, und jetzt kamen sogar Bischöfe nach Kobern, um Lubentius mit in ihre Heimat zu nehmen. Jedoch konnten auch sie zunächst nichts bewirken, und es wurde beraten, was nun getan werden könne.
Man kam zu dem Ergebnis, dass ein Gottesurteil über das weitere Schicksal Lubentius’ entscheiden sollte. Und wie durch ein Wunder war es vom Moment dieses weisen Entschlusses an möglich, den Sarkophag anzuheben. Wie damals auch andernorts üblich, sollte der Lauf des Wassers den weiteren Weg bestimmen. Also trug man den Sarg zum nahe gelegenen Moselufer, setzte ihn auf einen unbemannten Kahn, stieß diesen ab und überließ Lubentius’ sterbliche Hülle ihrem Schicksal.
Der Kahn trieb bis zur Mündung der Mosel in den Rhein flussabwärts, nahm dort jedoch Kurs rheinaufwärts, zog an Koblenz vorbei, lenkte in die Lahn und landete schließlich in Lahnstein. Dort soll das Boot zunächst wie von selbst angelegt haben und von zwei Ordensschwestern gefunden worden sein. Nachdem diese, die von den wundersamen Geschehnissen um Lubentius’ Gebeine erfahren hatten, einen Teil ihrer Weinernte als Opfergaben darbrachten, glitt das Boot wie von himmlischer Kraft angetrieben wieder in die Mitte des Flusses und trieb weiter stromaufwärts.
Erst in dem nahe bei Limburg gelegenen Ort Dietkirchen schien der Kahn sein endgültiges Ziel erreicht zu haben, denn nach seiner Landung bewegte er sich nicht mehr von der Stelle. Die dortigen Ordensleute deuteten dies als Zeichen und ließen den Sarkophag mit dem Leichnam des Lubentius’, der später heilig gesprochen wurde, an Land bringen und setzten ihn bei. Genau an dieser Grabstelle wurde die St. Lubentiusbasilika errichtet, in der die sterblichen Überreste des Heiligen nachweislich seit dem 9. Jahrhundert bis zum heutigen Tage aufbewahrt werden.
Gegen den Strom schwimmen, nicht tun, was alle anderen tun. Das ist es, was uns Pfadfinder vom Stamm Lubentius auszeichnet. Genau wie der heilige Lubentius wollen wir stets andere Wege gehen...
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